ESSLINGEN: Beim Festival "Hits for Kids" treten zum vierten Mal Kinder für Kinder auf
Von Petra Weber-Obrock
Viele Aktivitäten, die Spaß machen, bleiben Kindern mit Handicap
verwehrt. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, bald auf dem Spielplatz
auf der Maille mit ihren Altersgenossen um die Wette schaukeln zu
können, plant die Elterngruppe "Rückenwind" des Vereins für
Körperbehinderte dort den Bau einer Nestschaukel. Damit der Plan
bald in die Tat umgesetzt werden kann, zeigten beim Festival
"Hits for Kids" 140 begeisterte Kinder auf der Bühne des Neckar Forums
ihr Können in den Bereichen Tanz, Gesang und Orchesterspiel.
Die gesamten Erlöse der Benefizveranstaltung, die der Lions Club
Esslingen "Postmichel Förderverein" bereits zum vierten Mal organisiert
hatte, werden für den guten Zweck eingesetzt.
Profis für die gute Sache
Wenn Profis an einem Strang ziehen, kommt Qualität heraus, erklärte Sonja Schrecklein, die den Abend mit viel
Spaß an der Sache moderierte. Natürlich füllten auch viele stolze Eltern die
Bankreihen, die ihre Sprösslinge live
auf der Bühne erleben wollten. Als künstlerische Leiterin war wie in den vergangenen Jahren Steffi Bade mit
dabei, die außer ihrer Orchesterband vom Erich-Kästner-Gymnasium in Eislingen auch den Fränkischen Kinderchor
und die "Telemänner" aus Stuttgart mitgebracht hatte.
Diese jungen Musiker zwischen 11 und 16 Jahren, die ihr Programm schwungvoll und festlich interpretierten,
waren die überraschung des Abends. Hut ab besonders vor den Leistungen der jungen Solisten
Felix Boscheinen an der C-Flöte und Károly Artur Papp an der Geige.
Mit technischer Versiertheit und viel Gefühl begeisterten sie ihre Zuhörer.
Nach dem musikalischen Teil folgten die jungen Tänzerinnen und Tänzer
der Esslinger Ballettschule Uta Stedler, die das Stück
"Von phantastischen Tieren und anderen Menschen" frei nach
Camille Saint Saens "Karneval der Tiere", auf die Bühne brachten. Eine
bunte Menagerie der vielfältigsten vierbeinigen und gefiederten
Geschöpfe purzelte, hoppelte und sprang da gekonnt durch die
einzelnen Szenen. Ganz besonders schön tanzte Alisa Sato den
Schwan. Nach der Pause ging es dann klassisch weiter. In die
phantastischen Gefilde des Zauberwalds führte die Kinderoper
"Ein Sommernachtstraum" des Fränkischen Kinderchors, der als
bayrischer Vizemeister jede Menge Lorbeeren eingeheimst hat. Nach
der Musik von Henry Purcell und Felix Mendelssohn-Bartholdy verwirrten
Feenkönig Oberon und sein listiger Gehilfe Puck vier junge Liebende und
die Feenkönigin Titania. Ganz klar, dass dabei ein Happy End
herauskommt, sprich, drei glückliche Pärchen.
Die jungen Sänger der Bayrischen Musikakademie Hammelburg
beeindruckten mit klaren Stimmen und der Fähigkeit, sich auch von
ausufernden barocken Läufen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
Dreieinhalb Stunden Programm
Sieben zierliche Ballerinen der Ballettschule Marie Taglioni aus München
rundeten als Elfen das Spektakel ab. Fast dreieinhalb Stunden dauerte
das Festival, sodass die kleineren Kinder im Saal am Schluss ziemlich
müde waren. Der begeisterte Applaus des Publikums wurde dadurch
nicht geschmälert, sondern bestätigte das Motto der Veranstaltung,
das Sonja Schrecklein zu Beginn auf den Punkt gebracht hatte. "Tue Gutes und rede darüber."